Überbiss

Überbiss – wenn der Oberkiefer über dem Unterkiefer liegt

Ein Überbiss, fachlich auch Prognathie genannt, beschreibt die Lage des Oberkiefers im Verhältnis zum Unterkiefer. Bei einer optimalen Lage von beiden Kieferhälften spricht man zudem von einem Scherenbiss. Weicht die Stellung der Schneidezähne von der Norm ab, so spricht man von einer Zahnfehlstellung.

Welche Arten von Überbiss gibt es?

Der Begriff Überbiss dient als ein Oberbegriff, der sich in Overjet und Overbite unterschieden lässt. Overjet beschreibt den horizontalen Überbiss. Betrachtet wird die Lage der Schneidezähne in der Horizontalen. Dabei wird der größte Abstand zwischen den mittleren Schneidezähnen oben und unten gemessen. Ein Wert von Null Millimetern wird erreicht, wenn die oberen und unteren Schneidezähne aufeinanderbeißen. Ist der Oberkiefer nach vorn verschoben, liegen die oberen Schneidezähne also vor den unteren, wird der Wert mit einem positiven Vorzeichen angegeben. Dann liegt der typische Überbiss vor. Bei einer negativen Millimeterangabe liegt der Unterkiefer vor dem Oberkiefer. Ein Unterbiss liegt vor.

Beim Overbite hingegen zählt die Schnittkante der Schneidezähne. Geprüft wird also, ob ein vertikaler Überbiss vorliegt. Hierbei wird der Abstand von Schneidekante zu Schneidekante gemessen. Beim Aufeinanderbeißen der Schneidezähne liegt der Wert wiederum bei Null Millimetern. Kommt es zu keinem Kontakt der Kanten während des geschlossenen Kiefers, spricht man von einem frontal offenen Biss. Wenn die Oberkieferfrontzähne die Unterkieferzähne bedecken, liegt ein tiefer Biss vor.

Wie entsteht ein Überbiss?

Oft ist ein Überbiss erblich bedingt. Allerdings kann dieser auch durch schlechte Angewohnheiten wie Daumenlutschen im Kindesalter oder Pressen der Zunge gegen die Schneidezähne herrühren. Wenn diese allerdings schon bis zum dritten Lebensjahr abgewöhnt werden können, ist eine Überbiss-Behandlung im späteren Alter oftmals nicht notwendig. Dann befindet sich der Kiefer noch in der Wachstumsphase und der Überbiss korrigiert sich von selbst.

Welche Folgen können bei einem Überbiss entstehen?

Je nach Schwere des Überbisses kann die Fehlstellung eine mehr oder weniger schwerwiegende Folge nach sich ziehen:

  • Das Verletzungsrisiko kann durch das Vorstehen der Schneidezähne erhöht sein
  • Das Abbeißen von Nahrung kann erschwert werden
  • Kann der Mund nur erschwert geschlossen werden, kann das Risiko für Karies steigen, da die Zähne nicht vom Speichel umspült werden
  • Auch eine ungünstige Mundatmung kann durch einen Überbiss ausgelöst werden und dadurch Krankheiten der Atemwege herbeiführen
  • Verändertes Gesichtsprofil in Form eines fliehenden Kinns oder Hasenzähnen

Wie kann ein Überbiss behandelt werden?

Bleibt die Fehlstellung über das Kindesalter hinaus bestehen, kann eine Überbiss-Zahnspange helfen. Durch diese kieferorthopädische Maßnahme wird das Wachstum des Unterkiefers gefördert, gleichzeitig das des Oberkiefers gehemmt. Um den Überbiss zu korrigieren, kommen verschiedene Möglichkeiten zum Einsatz:

  • Funktionskieferorthopädische Geräte oder aktive Platten (herausnehmbare Zahnspangen)
  • Feste Zahnspangen, meistens in Kombination mit Gummizügen zwischen Ober- und Unterkiefer

Im Erwachsenenalter kann es sein, dass aufgrund des abgeschlossenen Kieferwachstums eine Überbiss-Behandlung durch Kieferorthopädie nicht mehr ausreicht. Dann kann eine Kombination aus kieferorthopädischer und kieferchirurgischer Therapie Überbiss korrigieren hinzugezogen werden.

Gerne beraten wir Sie in der Zahnvilla Wassenberg zur Überbiss-Behandlung. Nehmen Sie direkt Kontakt zu uns auf.

Veröffentlicht in Zahnlexikon.