Zahnimplantate

Zahnimplantate

Der Begriff Implantat setzt sich aus den lateinischen Begriffen ‚in‘ (hinein) und ‚plantate‘ (pflanzen) zusammen und bezeichnet ein in den Körper eingesetztes künstliches Material. Dieses soll permanent oder zumindest für einen längeren Zeitraum dort verbleiben.

Zahnimplantate zählen zu den medizinischen Implantaten, denn sie unterstützen bzw. ersetzen eine Körperfunktion. Als fester Zahnersatz dienen sie als Befestigungsanker für künstliche Zähne, Brücken oder Gebisse. Obwohl Zahnimplantate auch das ästhetische Bild verbessern, zählen sie nicht zu den plastischen Implantaten, die in der Schönheitschirurgie Anwendung finden.

Wann Implantate verwenden?

Das zahnmedizinische Implantat besteht meistens aus einer Titanschraube, die in den Kieferknochen eingebracht wird. Ein Zahnimplantat stellt folglich einen Ersatz für eine Zahnwurzel dar.

Die Aufgabe eines Zahnimplantats ist es, das Kausystem als Kauorgan funktionstüchtig zu erhalten. Durch die Stimulation des Kieferknochens wirkt eine künstliche Zahnwurzel dem Abbau des Knochens entgegen. Dadurch bleibt die eigene Gesichtskontur erhalten, die aufgrund des Knochenschwunds sonst möglicherweise verformt werden würde.

Die wichtigste Voraussetzung für ein Implantat ist eine ausreichend große Menge an Kieferknochen vorhanden ist. Denn die Knochenbreite und Knochenhöhe müssen für das Setzen eines Zahnimplantats ausreichend hoch sein. Andernfalls ist zunächst ein Knochenaufbau (Augementation) notwendig.

Obwohl die Implantate festsitzend sind, können damit nicht nur festsitzende Zahnersatz-Möglichkeiten umgesetzt werden. Sie können auch als Halterung für herausnehmbaren Zahnersatz dienen. Mit einem Zahnimplantat sind somit vielfältige Möglichkeiten umsetzbar. Sie dienen zum Schließen von Zahnlücken oder als Vollprothesen.

Da die Implantate im Kieferknochen verankert sind, müssen zudem keine Nachbarzähne beschliffen werden. Bei Verlust der hinteren Backenzähne beispielsweise sind Zahnimplantate eine gute Lösung, um Zahnersatz fest zu zementieren.

Wie lange muss ein Zahnimplantat einheilen?

Damit ein Zahnimplantat eine ähnlich gute Funktionstüchtigkeit erlangt wie eine echte Zahnwurzel ist zunächst eine Einheilungsphase notwendig. Während dieser Zeit wachsen die Knochenzellen an das Implantat heran. Umso besser dieses Miteinanderverwachsen abläuft, umso stabiler und belastbarer wird ein Implantat.

Je nach Knochenqualität und individuellem Heilungsverlauf dauert die Einheilung eines Implantats länger oder kürzer. Dennoch gelten folgende Richtwerte:

  • Oberkiefer: 4-6 Monate Einheilzeit
  • Unterkiefer: 3-4 Monate Einheilzeit

Durch neuere und innovative Implantatoberflächen kann die Einheilzeit bei ausreichendem Knochenangebot auch auf 6-12 Wochen verkürzt werden. Bei Augmentation kann sich die Einheilzeit jedoch auch auf bis zu 9 Monate verlängern.

Wie lange kann ein Zahnimplantat halten?

Implantate sind unseren echten Zähnen nicht nur sehr ähnlich, sondern auch langlebig. Bis zu 10 Jahre können die künstlichen Zahnwurzeln in voller Funktion erhalten werden. Laut Studien sind diese nach einem Jahrzehnt im Unterkiefer noch bis zu 90 Prozent funktionstüchtig. Im Oberkiefer weisen sie nach 10 Jahren noch eine Funktion von 80 bis 85 Prozent auf.

Die Haltbarkeit hängt jedoch auf von einigen externen Faktoren ab. So kann sich das Rauchen oder ein Mangel an Mundhygiene negativ auf die Funktion auswirken. Eine regelmäßige Routineuntersuchung beim Zahnarzt wirkt sich positiv aus, denn hier können gegebenenfalls entstehende Entzündungen des Kieferknochens rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.

Veröffentlicht in Zahnlexikon.