Augmentation

Augmentation: Kieferknochenaufbau für sicheren Halt

Der Begriff Augmentation stammt von dem lateinischen Wort augmentum, was Vermehrung oder Wachstum bedeutet. Bei der Kieferknochenaugmentation (Kieferknochenaufbau) wird operativ verloren gegangene Knochensubstanz des Ober- oder Unterkiefers wieder aufgebaut.

Der Kieferknochenaufbau spielt vor allem in der Implantologie eine große Rolle. Denn er dient vornehmlich dazu, ein späteres Zahnimplantat im Kiefer zu verankern. Des Weiteren ist der Knochenaufbau oft notwendig, um etwa Unfallschäden im Bereich des Zahnapparats auszugleichen.

Ursachen, die einen Kieferknochenaufbau nötig machen

Ein geringer Knochenverlust im Laufe des Lebens ist durchaus normal und betrifft fast alle erwachsenen Patienten. Fehlen bereits Zähne, kann dies zu einem beschleunigten Knochenabbau in diesen Bereichen des Kieferknochens führen.

Darüber hinaus gibt es für einen Knochenverlust im Kiefer weitere externe Ursachen. Im Kiefer können sowohl mechanische als auch entzündliche Prozesse für den Verlust der Knochensubstanz verantwortlich sein. Ferner kann der Verlust auch Folge von Krankheiten wie Diabetes oder Krebs sein.

Einer der Hauptgründe für den Zahnverlust ist die Parodontose, die Entzündung des Kieferknochens, als Folge einer Zahnfleischentzündung oder einer Implantatentzündung.

Welche Methoden für den Aufbau des Kieferknochens gibt es?

Bei dem Aufbau von Knochenmaterial im Kiefer handelt es sich um ein unkompliziertes und häufig angewendetes Verfahren. Um den Knochenaufbau im Kiefer zu erreichen, gibt es diverse zahnmedizinische Methoden, die den gewünschten Erfolg bringen:

  • Durch das Einbringen von Knochenspänen oder Knochenersatzmaterial wird eine Knochenanlagerung Dies geschieht in den meisten Fällen, während ein Implantat vom Zahnarzt eingesetzt wird und erfordert somit keinen weiteren Eingriff. Diese Methode eignet sich sowohl für den Ober- als auch Unterkiefer.
  • Im Oberkiefer kommt oft der sogenannte Sinuslift zum Einsatz. Dazu wird der Boden der Kieferhöhle, der sogenannte Sinus, angehoben und anschließend Knochenersatzmaterial oder Eigenknochen darin eingebracht.
  • Eine andere Methode besteht darin, einen Knochenblock aus Eigenmaterial des Patienten, welches an einer anderen Stelle des Körpers entnommen wird, zu verwenden. Dieser wird an der zu dünnen Stelle des Kiefers angebracht und heilt nach einiger Zeit ein.
  • Muss viel Knochenmaterial ersetzt werden, kann Material aus Knochenbanken angefordert werden. Das zuvor gereinigte und sterilisierte Material wird passend auf die Bedürfnisse gefräst und dann eingebracht.
  • Ist der Knochenverlust noch nicht weit fortgeschritten, wird das Bone Splitting (auch Bone Spreading) angewandt. Dabei wird der Knochen des Patienten gespalten, so dass die Knochenzellen dazu angeregt werden, zu wachsen.

Wieviel kostet der Kieferknochenaufbau?

Die Kosten für einen Knochenaufbau bzw. für eine Augmentation können recht unterschiedlich ausfallen und hängen stark von der angewandten Methode ab. Des Weiteren spielen andere Faktoren wie die Masse des Knochenmaterials, welches ersetzt werden soll, eine Rolle. Über den Daumen gepeilt kann man jedoch sagen, dass je schwerer der Eingriff ist desto mehr kosten entstehen.

Wie schmerzhaft ist ein Kieferknochenaufbau?

Mit dem Wort Knochenaufbau mag der ein oder andere Patient zunächst Schmerzen assoziieren. Das mag unter anderem daran liegen, dass das Wort Knochen sogleich mit einem chirurgischen Eingreifen in Verbindung gebracht wird.

Dank der modernen Zahnmedizin sind die Schmerzen, die während der Behandlung auftreten, jedoch sehr gering. Was unter anderem daran liegen mag, dass es sich um ein sehr bewährtes Verfahren handelt. Bei leichten Eingriffen ist die Behandlung schnell abgeschlossen und wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Veröffentlicht in Zahnlexikon.